Stolpersteinverlegungen

Die ersten Stolpersteine wurden 2011 vor der Ahrenshooper Zeile 35 für Dr. Reinold Strassmann und das Ehepaar Dr. Richard Lewy-Lingen und Gertrud Lewy-Lingen verlegt. Die Geschichte der Strassmans und das Schicksal von Reinhold Strassmann ist u.a. in: Wolfgang Paul Strassmann, Die Strassmanns, Frankfurt am Main, 2006 (Campus Verlag) beschrieben worden.

Im Jahr 2013 wurde vor dem Haus Reifträgerweg 19 ein Stolperstein für Friedrich Guttstadt verlegt. Sein Schicksal ist dokumentiert unter:
www.guttstadt.eu/GG/Friedrich-1.html

2014 wurden am 15.09. Stolpersteine für die Familie Casparius im Kirchblick 3 verlegt
und am 12.10.  für Georg und Hedwig Flatow sowie ihre Tochter Ilse vor dem Haus in der Niklasstraße 5. Dazu ist ein Artikel im Zehlendorf Blog des Tagesspiegels erschienen:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/zehlendorf/ueber18/zehlendorf-stolperstein-fuer-georg-flatow-die-nazis-und-der-arbeiterfreund/10813826.html

Außerdem gab es einen Artikel in der Berliner Woche:
http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-steglitz-zehlendorf/zehlendorf/artikel/51935-platzbenennung-und-verlegung-von-stolpersteinen/

Familiendokumente der Flatows sind beim Leo-Baeck-Institut in New York hinterlegt: http://archive.org/details/georgflatowf001

2015 und 2016 sind  auf Initiative einer Klasse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums fünf Stolpersteine vor dem jetzigen Gelände des Hubertuskrankenhauses verlegt worden.
Spanische Allee 10 – 12:  Theodor Loewenthal, Emma Weigert, Anna Loewenberg, Johanna Stahl und Sophie Goldschmidt

Außerdem wurde dort auf persönliche Initiative aus dem ehemaligen Freundeskreis ein Stolperstein verlegt:
Spanische Allee 8:            Johanna Königsberger

Über das Leben von Johanna Königsberger, ihrer Tochter Else Schröder, ihrem Sohn Erich Königsberger und ihrer Schwester Zerline Tosch versuchen wir, noch mehr in Erfahrung zu bringen. Alle vier wurden von den Nazis umgebracht, Johanna  und Zerline 1942 in Theresienstadt, Erich 1944 in Auschwitz und Else nahm sich bei ihrer Verhaftung das Leben.  Die Familie Königsberger stammt aus Marienfelde (Jakob Königsberger). Die Söhne von Erich Königsberger konnten in die USA auswandern und haben dort den Namen ihrer Mutter, Maassen, angenommen. Die bisher recherchierten Familiendaten sind in dem beigefügten Stammbaum Königsberger abgelegt.  Ein Teil der Ergebnisse ist auf der Seite: Ilsensteinweg 16 veröffentlicht.

Die bisherigen Rechercheergebniss sind in dem Jahresband 2017 des Zehlendorfer Heimatvereins unter dem Titel: Zwischen Villa und Ghetto veröffentlicht worden.

2017 wurden vor dem Haus Lindenthaler Allee 29 fünf Stolpersteine verlegt, für Louis Leyser Silbermann, der emigrieren musste und in Frankreich erneut interniert wurde und im Lager Recebedou umkam,
für seinen Sohn Kurt Silbermann, der nach Moskau emigrierte und dort dem Großen Terror Stalins zum Opfer fiel,
für seine Frau Charlotte Silbermann und den zweiten Sohn Alfred Silbermann, die nach Argentinien emigrieren konnten und überlebten;
außerdem für Jenny Hirsch, die zeitweise bei den Silbermanns lebte und nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

2018 wurde vor dem Haus Niklasstraße 21 – 23 ein Stolperstein für den Berliner Expressionisten Fritz Ascher verlegt.  „Er war einer der Berliner Expressionisten, der in den Salons der Weimarer Republik so geschätzt wurde wie George Grosz, Otto Dix oder John Heartfield“, schrieb der Tagesspiegel über ihn. In New York wurde eine Fritz Ascher Gesellschaft gegründet, die auch die Patenschaft für die Verlegung eines Stolpersteins übernommen hat.

2019 wurde für Otto Janssen vor dem Haus Ilsensteinweg 11 von Kollegen der Eisenbahnergewerkschaft (EVG) ein Stolperstein verlegt. Otto Janssen gehört zu den verfolgten und zu Tode gekommenen Eisenbahner-Gewerkschaftern, für die die EVG ein Gedenkzentrum in der Gewerkschaftszentrale in der Reinhardstraße eingerichtet hat.

Für Leopold und Rosa Lachmann und für den Sohn Manfred Lachmann , der in die USA emigrieren konnte, wurden vor dem Haus Bergengruenstraße 57  nach langjährigen Recherchen der AG Spurensuche ebenfalls Stolpersteine verlegt. Im Zuge der Recherchen konnte ein Kontakt zur Enkelin der Lachmanns hergestellt werden, die in den USA lebt. Über sie haben wir auch von dem Schicksal ihrer Familie mütterlicherseits erfahren, die in und bei Hannover lebte und auch fast vollständig von den Nazis ausgerottet wurden. Nur ihre Mutter und Großmutter haben überlebt und konnten 1945 mit Hilfe des schwedischen Roten Kreuzes  in die USA emigrieren.
In dem Haus lebte auch der bekannte Jurist Dr. Siegfried Loewenthal, der auch von den Nazis als Jude verfolgt wurde, aber mit Hilfe der Familie und von Freunden überleben konnte.

Die Rechercheergebnisse sind in einer Broschüre veröffentlicht worden und hier auch nachlesbar.

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